Ach, irgendwie ist es doch schön in eine Stadt gezogen zu sein, die so viele Reize hat, dass sich hier wirklich mal Besucher blicken lassen. :)
Ich glaube, kein Sommer war bisher so von Besuchern prall wie dieser. Jetzt schon.
Meine Eltern waren da.
Der Prinz und seine Kinder waren da.
Nun ist ein lieber Kölner Kollege da und heute bekomme ich eine sms von einer lieben Schulfreundin, die mir auch mal so nebenbei eröffnet, dass sie grad in Berlin an den Mauerresten steht.

Zwar hat der Prinz leider den Regen mit nach B.-B. gebracht, aber hier ist der Regen zum Glück nicht ganz so hartnäckig wie in der Kölner Bucht. Wenn’s sich da einregnet, hört es ja meist wochenlang nicht wieder auf…
Ach, ich freu mich. Mit Besuchern durch Berlin zu streifen und Ecken kennenzulernen oder wiederzuentdecken macht mir riesigen Spaß.
Mit meinen Eltern habe ich die Spree genutzt, um Berlin unsicher zu machen.
Der Prinz hat mich mitgenommen in den Reichstag, wo ich einem Vortrag über die Geschichte des Gebäudes gelauscht habe, die ich so noch nicht kannte - und sicher so auch kein zweites Mal hören werde.
Was sich in den nächsten Tagen ergeben wird, erwarte ich mit Spannung, heute allerdings habe ich mir eine Auszeit gegönnt. Endlich ist Zeit zum Lesen da - und zum Selbstfinden. So lümmle ich mich seit langer Zeit mal wieder einfach auf Bett oder fatboy rum, trinke Tee und lese, was das Zeug hält.
Und genieße das Dasein. Wunderbar.

Dieser Tag ist jetzt schon nicht mein Favorit… Erst mach ich kaum ein Auge zu, obwohl ich mich so auf Ausruhen und Ausschlafen gefreut hatte, weil meine trampelnde Nachbarin mal wieder einen Bettgast und somit den gesamten Hinterhof unterhielt - und das die ganze Nacht im fast Stundentakt. Begonnen um 23.00 Uhr, scheint der Stecher beim schätzungsweise achten oder neunten Versuch dann mal Erfolg gehabt zu haben, weil er statt fünf sechs Minuten durchgehalten hat, die endlich mal auch für Madame ausgereicht zu haben scheinen…
Für mich steht nun fest, dass rammelnde Obermieter nerviger sind als Fußballfans. Bei denen weiß man wenigstens, dass nach erfolgreichen 90 Minuten plus Halb- und Nachspielzeit zwar noch ein Hupkonzert droht, welches sich aber durch halbnächtlichen Fensterschluss oder Ohrenstöpsel aussperren lässt - ganz im Gegensatz zu wackelnden Wänden, Schranktüren, Fenster- und sonstigen Gläsern und dem nicht wirklich rhythmischen Rummsen, das ein Klappsofa beim Beschlafen durch zwei Beischläfer direkt über meinem Hochbett verursacht… bis ACHT UHR MORGENS AN EINEM FREIEN TAG!!!

Und es kommt (haha) noch besser und macht den Tag rund und gut, wenn man seine Schuhe aus dem Schuhregal zieht und feststellen muss, dass man am Vortag unbemerkt in einen Hundehaufen getreten ist…
Ich darf mich jetzt also der vergnüglichen Tätigkeit zuwenden, die Reste aus der Sohle zu kratzen, die nach dem Einkaufsgang noch dort verblieben sind. *örks*

Der Tag kann eigentlich nur besser werden. Ich hoffe es zumindest sehr. Gleich treffe ich Derlouffiihrseinprinz, und wir werden gemeinsam den Reichstag unter die Lupe nehmen. Hoffentlich hab ich nichts granaten- oder bombenförmiges in der Tasche…
Ich bin übermüdet und auf alles gefasst. (Vielleicht besser, dass ich nicht mitm Rad fahr…)

Da hätt ich Zeit, was zu bloggen und mein Telefonanschluss samt Internet ist tot. Einen ganzen Tag lang.
Jetzt ist hier grad Besuchszeit pur angesagt und Berlin platzt aus den Nähten… Also ist nun Internet wieder da, aber keine Zeit. Pfft.
Immerhin habe ich endlich mal wieder ein Buch ausgelesen. :) Hat lange genug gedauert, aber wenn man mal wieder Zeit zum lesen hat, dann wird das eben auch mal was.

Ein winziger Buchstabe kann den Sinn ganzer Wörter verändern. Gut, es gibt weitaus dramatischere Beispiele als dieses hier - und natürlich weit lustigere, aber ich hab mich trotzdem gut amüsiert:

Nichtsichtbrillen. :)

 

Zeitlupe.

Mein lautester Nachbar hat gestern Geburtstag gefeiert. Das ist ein ganz schön geschickter Vogel. Den Zettel mit der Bitte um Verständnis, falls (haha) es was lauter werden sollte, hatte er wohl erst an die Haustür geklebt, als die ersten Gäste kamen… Also dröhnte es mal wieder aus offenen Fenstern in unseren schön widerhallenden Hinterhof.
Das, an sich, ist noch nicht ungewöhnlich, so laut hört der Herr häufiger Musik - und auch wann er dvd- oder fernsieht (und was), kriegt man problemlos mit. Ungewöhnlich waren bloß die vielen lauten Stimmen, die sich dazu gesellten. Ich bin stets erstaunt, zuweilen fasziniert, was für einen Lärm eine handvoll Menschen machen können…
Während mich Lärm jeglicher Art unterschwellig total aggressiv macht, so habe ich, bis ich ins Bettchen musste, das alles schön wegignoriert. Erfahrungsgemäß wird es ab kurz vor Mitternacht eh wenn nicht ruhig, so zumindest leiser. Weit gefehlt…
Selbst mit geschlossenem Fenster (was ich echt nur im äußersten Notfall zumache), konnte ich noch jede Liedzeile verstehen - von den Bässen ganz zu schweigen. Nächster Einfall: Ohrstöpsel. Die halfen aber auch nicht.
Als ich gequält auf die Uhr sah, war es 2.00. Pfft. Eigentlich wollte ich um 7.00h aufstehen, weil ich heute arbeiten muss. Zum ersten Mal in meinem Leben erhob ich mich wegen Lärms aus meinem Bett, um einem Nachbarn auf die Finger oder empfindlicheres zu klopfen. Ich zog mich an, sah kurz in den Spiegel, um zu gucken, ob ich noch das Kopfkissen im Gesicht hatte und stapfte dann los. Meine Wut ließ zumindest zu dem Zeitpunkt nicht zu, dass ich mir total spießig und doof vorkam.
Die Tür war angelehnt, aber ich klingelte. Es ist doch bezeichnend, wenn diesen unangenehmen Klingelton, der durch Mark und Bein geht, niemand hört vor lauter Musik. Ich klingelte und klingelte, hielt den Finger zuletzt sogar eine volle Minute auf dem Schalter: Es rührte sich nichts. Also öffnete ich die Tür und steckte meinen Kopf in die Wohnung. Drinnen bemerkte mich ein weiblicher Gast, dann ein männlicher, ich signalisierte, die signalisierten und der wohl einzig Nüchterne kam an die Tür mit den Worten auf den Lippen: “Ist zu laut, nicht wahr?”
“Ja, verdammt viel zu laut.”
“Ich mach leiser und pass auf, dass es leiser bleibt.”
So nimmt man erzürnten Nachbarn den Wind aus den Segeln…
“Ja, entweder leiser oder Fenster zu. Danke.”

Schon auf dem Weg in meine Wohnung beschlich mich das Gefühl, der absolute Spießer und Partypooper zu sein. Dann wiederum - ich hab immerhin bis 2.oo versucht, ums Beschweren rumzukommen…
Der Nüchterne hielt Wort. Erst wurde die Musik leiser - und dann machten sie wirklich die Fenster zu. Wow. Ich war beeindruckt. Und erleichtert. So konnte ich mein Fenster wieder öffnen und endlich schlafen…

Wenn man sein von Blüten bestäubtes und Nektar beträufeltes Fahrrad im Hinterhof anschließt, am Abend vergisst, es in den Keller zu bringen und es in der Nacht regnet, findet man es am nächsten Morgen sehr sauber wieder vor.
Manchmal lohnt sich ein bisschen Vergesslichkeit dann doch. :)

Einer meiner Nachbarn scheint Probleme zu haben, aus den Federn zu kommen. Einer meiner Nachbarn scheint aus diesem Grund den lautesten und nervigsten Wecker konsumiert zu haben - und dennoch nicht schnell aus der Kiste zu finden.
Ab kurz vor sechs geht das Terrorpiepen los, das nach circa einer Viertelstunde manuell für circa fünf Minuten unterbrochen wird, bis es wieder losgeht. Das Spiel zieht sich bis 7.30 Uhr - bis vermutlich ALLE Bewohner, die ein Fenster zum Hinterhof haben, wach sind. Einfacher wäre es da sicher, wenn wir wüssten, wer der Schnarchsack ist, denn mit morgendlichem Terrorklingeln ließe der sich bestimmt schneller aus den Federn holen…
Das Schlimme ist, dass man in jeder dieser kleinen manuellen Pausen hofft, dass der Wecker nun ausbleibt und erleichtert wieder einschläft - bis das dumme Ding dann wieder anfängt. Pfft.

Um 6.30 Uhr hab ich mal wieder aufgegeben und bin aufgestanden, nur um festzustellen, dass die Heinzelmännchen über Nacht nicht da waren, um das Problem, das seit gestern Abend mit dem Warmwasser besteht, zu lösen.
Ich hatte gestern Abend schon den Hausmeister verständigt, der auch versprach, sich gleich in der Früh drum zu kümmern. Jetzt ratet mal, läuft hier nun - es ist mittlerweile 11.00 Uhr - wieder warmes Wasser aus der Leitung? Natürlich nicht.
Hab den Vogel grad noch mal angerufen und was sagt er mir da? Er vermute, dass die Anlage sich nur über Nacht runterfahre. Da niemand außer mir angerufen habe, hätte sich das Problem wohl erledigt. Ähem, sicher! Magische Selbstheilungswellen streifen schon seit Jahren über diesen Planeten, flicken Ozonlöcher, sieben Gifte aus dem Boden und filtern Schadstoffe aus den Weltmeeren. Und weil sie Langeweile haben, sind sie hier nachts durch die Leitung gesaust und haben heile gemacht, was immer da kaputt war. Weil alle Hausmeister ja ganz schlimm überarbeitet sind und mal ‘ne Pause brauchen.
Nur bei mir im 3. OG hamse die Leitung vergessen? Sicher. Pfft. Zum Glück bin ich heute Morgen einer Nachbarin über die Füße gelaufen, die mir bestätigt hat, dass auch bei ihr nur kaltes Wasser fließt. Seit gestern Abend. “Oh”, sagte da der Hauswart, “oh, ich kümmere mich drum.”
Ich will’s hoffen, aber ob ich’s kann? Das Gleiche hat er schließlich am End des gestrigen Telefonats auch gesagt.

Eine Dusche mit kaltem Wasser macht zwar sauber und wach, aber nicht glücklich.

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