Meine beste Freundin ist zu Besuch (und sie und Michi werden sich gleich kennenlernen, was ich total aufregend finde…).
Sie landete gestern sehr spät, irgendwie hatten wir uns vorher über Kino verständigt, sie hatte nur Interessantes über „Tödliche Entscheidung“ gehört und ich hatte gesehen, dass der gestern um 22.45 Uhr noch als OV lief und einen Artikel in der Zeit gelesen, der mich auch neugierig gemacht hatte.
Fazit: Spart euch das Geld ODER geht in Dörries „Kirschblüten“.
Das habe ich häufiger während des Films gedacht: Warum wird so viel Geld für so einen Streifen ausgegeben, wenn man damit schöne, klügere, bessere, hilfreichere, neue Filme machen könnte? Filme, die einen bewegen und auf der inneren Reise anstubsen oder voranbringen. Filme, die einen Sinn haben außer Gewalt, Geldsucht und Glorifizierung der Waffe.
„Tödliche Entscheidung“ ist ein sehr amerikanischer Film. Er ist sehr amerikanisch gedreht und sehr amerikanisch geladen. Und er macht keine Lust, nach New York zu reisen (oder mindert die vorhandene).
Schauspielerisch lässt sich an dem Film nichts aussetzen, es sind die Charaktere und die Handlung an sich, die mich total wütend gemacht und getroffen haben. Natürlich ist in der Welt nicht alles gut und schön. Natürlich – und das wissen wir alle – ist der Mensch rücksichtslos, geldgierig, unverbesserlich, anmaßend, psychotisch, egoistisch und wenig sympathisch. Eigentlich finde ich sogar, sollte die Bedeutung des Begriffs „menschlich“ entsprechend angepasst werden. Warum ist „unmenschlich“ die schlimme Bezeichnung?
Aber wieder so einen Film zu drehen, den es schon tausendfach gibt, der keinen Mut macht, sondern so realistisch ist, dass einem angesichts des Drogekonsums selbst schlecht wird – und der ganzen Unehrlichkeit und Morde wegen richtig das Herz wehtut? Und hineingeflochten noch, dass das ganze Übel in der Kinderheit gesät wird, ich weiß nicht…
Ehrlich, spart euch das Geld und die Nerven und die Zeit.