(Wundert euch nicht über den Zeitstempel, ich werde neuerdings mit den Vögeln wach… <- PS: Eigentlich wäre dieser Beitrag um 4.58 h erschienen, aber WordPress hat stundenlang den Server maintained… )
Seit gestern Abend bin ich wieder in Berlin. Ein „endlich“ mag ich hinzusetzen, obwohl sich die Woche diesmal nicht so lang angefühlt hat wie sonst. Aber irgendwie merke ich immer deutlicher, dass ich nicht nach Köln gehöre. Das ist eine sehr irre Erkenntnis, so irgendwie. Zum einen, weil sie sich an nichts so wirklich festmachen lässt. Vielleicht nur an dem Gefühl, dass ich mich im Rheinland nicht mehr so wohlfühle. Zum anderen, weil ich da ja meine Wurzeln habe. Um bei der Baumallegorie zu bleiben, nicht nur meine Wurzeln, sondern auch einen gehörigen Teil meines Stamms und meiner Lebensringe… Michi und meine Berliner Freunde beruhigt diese Erkenntnis, weil sie dann doch irgendwo gefürchtet haben, dass ich womöglich wieder nach Köln abwandern will (was ich allerdings mit nichts geschürt habe, ich habe eher ständig betont, dass es zwar schön ist regelmäßig dort zu sein wegen Freunden und Familie, aber dass ich doch immer froh bin, wieder im schönen Berlin zu sein). Das lustigste war ja letztes Jahr, dass es niemanden bei meinem Abitreffen überrascht hat, dass ich in Berlin wohne… MICH überrascht es immer noch, schließlich wollte ich hier niemalsnie hin. ![]()
Nun ja, gestern stand jedenfalls, nach einem vorgezogenen kleinen Muttertag, die Rückfahrt an. Sie begann schon in Köln suboptimal, weil auf meinem Bahnsteig jemand das Zeitliche segnete… Durch Notarzteinsatz und Absperrung der Bundespolizei im Bereich B, hielt der Zug dann so weit vorn im Bahnhof wie noch nie, dass der Pulk von Fahrgästen von D aus loswandern und zwangsläufig an der Stelle mit dem „Verletzten“ vorbei musste, allerdings auf der anderen Hälfte des Bahnsteigs. Die Absperrung war für alle sehr diskret – und der Zug hielt bestimmt auch aus Diskretionsgründen so weit vorn. Damit niemand aus dem Zug direkt auf das Spektakel schauen konnte oder musste. Ich warf einen Blick dorthin, man kann ja seine Neugierde noch so unter Kontrolle haben wollen, Blicke stehlen sich ja doch manchmal fort… Ich sah einen Defibrillator, das reichte mir schon.
Da wir noch auf verspätete Anschlussreisende warteten, bekamen wir dann auch den Ausgang noch mit, denn die kamen keuchenderweise ins Abteil gestolpert und sagten, dass sie so weit auf dem Bahnsteig laufen mussten, weil da ein Toter lag.
Obwohl ich nicht reserviert hatte, fand ich gleich einen Sitzplatz, direkt mir gegenüber tauchte bald ein Jungspund auf, der sofort äußerste Gesprächsbereitschaft signalisierte… Menno. Schon auf der Hinfahrt hatte ich so jemand neben mir sitzen, dabei hatte ich Teil II des Zeit-Internet-Spezials im Gepäck (auf der Hinfahrt Teil I) und mich schon seit Donnerstag darauf gefreut… Bis ich das durchgelesen hatte, ließ ich mich aber auch nicht ansprechen. (Und den neidischen Blicken eines weiteren Sitznachbarn, der wohl auf die Lektüre hoffte, sobald ich sie durch hatte, widerstand ich ebenso.) Die beiden Zeit-Ws sind übrigens sehr interessant, ich freu mich schon aufs dritte. Die geben sehr schön Fluch und Segen des Internets wieder.
Während wir noch in Köln auf die Abfahrt warteten, saßen hinter mir zwei Menschen, die ihren Reiseproviant bei McDoof gekauft hatten und nun verspeisten. Wenn ich stark Riechendes esse, dann vermeide ich es tunlichst, das im Großraumabteil zu tun, weil ich es hasse, andere Menschen zu belästigen (sei es mit Gerüchen oder mit Geräuschen…!). Diesen beiden war das egal, aber der extreme Zwiebelgeruch und das Tüten- und Papiergeknister waren übrigens nicht das Schlimmste, das Schlimmste war das konstante Schmatzen, das von hinten kam… Ekelhaft… Bäh. Ich musste gleich an dieses komische Pärchen im Januar denken, das mir durch seine Turtelei und Kussschmatzerei fast den letzten Nerv geraubt hatte… Im Laufe der Fahrt wurde mir übrigens bewusst, dass es sich um GENAU DAS Pärchen wieder handelte… Nicht mehr ganz so frischverliebt wie noch im Januar, aber auch mit niedrigerer Frequenz sind die Kussschmatzer noch äußerst nervig…
Hab drei Kreuze gemacht, als ich endlich zu Hause war.
Zu Hause…
Berlin.